Kontaktlinsen wissenschaftlich erforscht

Dort, wo das Sehen beginnt.

Ein Berliner Wissenschaftsinstitut erforscht die Augenoberfläche mit dem Ziel, Erkenntnisse für Kontaktlinsenträger zu gewinnen.

Kontaktlinsen sitzen in der Mitte der sogenannten „okulären Funktionseinheit“, also auf der Augenoberfläche. Diese Oberfläche ist eine komplexe und sensible Anordnung von Organen an der Vorderseite des Augapfels. Genau dort beginnt auch der eigentliche Vorgang des Sehens, der zu den Bildern in unserem Gehirn führt. Auf diese Prozesse fokussiert das Ocular Surface Center Berlin (OSCB) seine Forschungstätigkeit als gemeinnütziges Wissenschaftsinstitut. Der wissenschaftliche Leiter, Prof. Knop: „Da selbst für Experten die große Menge an ständig neuen wissenschaftlichen Ergebnisse nur schwer überschaubar bleibt, versuchen wir mit dem OSCB, die Daten in ihrer Komplexität, aber möglichst nicht kompliziert darzustellen“. Etwa die Darstellung von Forschungsschwerpunkte betreffend Erkrankungen der Augenoberfläche sowie deren normale Struktur und Veränderungen. Diese können Erkrankungen wie z.B. das trockene Auge, Funktionsstörungen der Meibomschen Drüsen (MGD), Blepharitis oder okuläre Allergien mit sich bringen.

Kontaktlinse – Sehhilfe und Fremdkörper zugleich

Eine Kontaktlinse bleibt – trotz aller Fortschritte und Entwicklungen bei Materialien – ein Fremdkörper am Auge. Hier versucht das OSCB wichtige Erkenntnisse über die Wechselwirkung zwischen Kontaktlinse und Auge übersichtlich zusammenzufassen und aufzubereiten mit dem Ziel, künftig den Tragekomfort von Kontaktlinsen zu verbessern. Mit dem Aufkommen von technisch raffinierten Materialeigenschaften schlummern in Kontaktlinsen viele neue Anwendungen, die weit über besseres Sehen hinausgehen. In Kontaktlinsen integrierte Biosensoren sollen künftig etwa den Glukosespiegel bei Diabetikern messen. Potenzial wird in speziell geformten großen Skleralkontaktlinsen gesehen, die eine medizinische Wirkung etwa auf Komplikationen des Trockenen Auges haben können. Damit soll eine chirurgische Behandlung von dieser und anderen akuten und chronischen Augenoberflächenerkrankungen hinausgezögert oder vermieden werden.

Die Forschungsfelder sind also ebenso komplex wie die Zusammenhänge beim Sehvorgang. Professor Knop und sein Team versuchten, die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse – ähnlich eine Landschaft gesehen aus der Vogelperspektive – leichter erkennbar und nachvollziehbar zu machen. Ein Ansinnen, dem Respekt gebührt.

Information: https://www.oscb-berlin.org
Eine DEUTSCHSPRACHIGE VERSION der Homepage ist in Vorbereitung